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Biological Laboratory (Biolab)
Wie wirkt sich Schwerelosigkeit auf unterschiedliche Organismen
aus? Mit dieser Frage befassen sich Wissenschaftler, die mit dem Biolab experimentieren.
Die vielseitige Anlage ermöglicht Experimente mit Zellen, Gewebekulturen,
Mikroorganismen und kleinen Pflanzenarten oder wirbellosen Tieren. Die Ergebnisse
werden unter anderem in der Immunologie, der Zellforschung sowie der Untersuchung
von Veränderungen in Knochenstrukturen angewandt. Sie dienen als Grundlagen
für Verbesserungen in der Medizin, der pharmazeutischen Industrie sowie
der Biotechnologie.
Anfang Mai 2003 ist das Biolab von EADS SPACE Transportation
in Bremen als erste Experimentanlage in die Columbus-Struktur eingebaut worden.
Eines der wichtigsten Bestandteile der Anlage ist die so genannte Bio-Glovebox.
In der abgeschlossenen und sterilisierbaren "Handschuhbox" können
auch heikle Stoffe gefahrlos präpariert werden. Das mit einem Brutkasten
vergleichbare Labor enthält zwei Zentrifugen. In diese passen jeweils sechs
Experimentbehälter sowie ein Lebenserhaltungssystem. Entsprechend den Vorgaben
des Nutzers wird das Experiment automatisch gestartet und durch einen Steuermechanismus
überwacht, der via Videosystem die Versuchsdaten permanent zu der Bodenkontrollstation
des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Oberpfaffenhofen
überträgt. Auf diese Weise können die Nutzer alle Vorgänge
von der Erde aus beobachten und gegebenenfalls eingreifen.
European Physiology Modules (EPM)
Mithilfe der European Physiology Modules (EPM) werden die
Langzeiteffekte von Schwerelosigkeit auf das menschliche Gleichgewichtssystem,
das Herz-Kreislaufsystem, die Muskel- und Knochenstrukturen, den Stoffwechsel
und den Hormonhaushalt erforscht. Auf der Erde werden die mit EPM gewonnenen
Erkenntnisse etwa bei der Erforschung des Alterungsprozesses, der altersbedingten
Osteoporose (Knochenschwund), der Symptome von Muskelschwund oder bei Störungen
des Gleichgewichts eingesetzt.
Untersucht wird in diesem Forschungsbereich die Crew. Vor dem
Start wird ein Datensatz angelegt, der unter anderem ihre Blutwerte, den Dichtegrad
ihrer Knochen sowie ihrer Muskelstruktur enthält. Zu diesem Zweck stehen
Kopien bestimmter Experimentanlagen aus EPM zur Verfügung, mit denen die
Werte erfasst und somit vergleichbar gemacht werden können. Das in Columbus
untergebrachte EPM enthält unter anderem das für Herz-Kreislaufuntersuchungen
konzipierte Cardiolab.
Fluid Science Laboratory
Im Fluid Science Lab werden störende Wirkungen der Schwerkraft
ausgeblendet, dazu gehören beispielsweise Einflüsse auf die Leitfähigkeit
von Flüssigkeiten oder ihrem Reaktionsverhalten mit anderen Stoffen. Unter
diesen Laborbedingungen können die chemischen, physikalischen oder Kristallisierungs-
oder Diffusionsprozesse exakter gemessen und anschließend präziser
analysiert werden als auf der Erde. Die Ergebnisse der Untersuchungen kommen
insbesondere bei der Optimierung von industriellen Herstellungsverfahren zum
Einsatz, etwa bei der Produktion von Halbleitern oder Supraleitern.
Die druckbeaufschlagte, in sich geschlossene Experimentanlage
ist in einem standardisierten Nutzlastschrank untergebracht. Sie besteht aus
dem Optical Diagnostics Module und einem zentralen Experimentmodul, in das die
Experimentcontainer mit den Proben nach einander eingesetzt und untersucht werden.
Das Optical Diagnostics Module ist mit Instrumenten zur Beobachtung und Erfassung
von Messdaten und Strömungswerten während der Experimentabläufe
ausgestattet. Zudem überwacht es die Elektrik des Fluid Science Laboratory
und stellt Schnittstellen für die Videokameras bereit, die den Versuchsablauf
dokumentieren.
Materials Science Laboratory (MSL)
Das MSL ermöglicht wissenschaftliche Experimente in den
Bereichen Materialforschung und Kristallzucht. Außerdem unterstützt
das Labor physikalische Untersuchungen zum Verfestigungsverhalten von Werkstoffen
und ihren thermophysikalischen Eigenschaften. Diese Forschungsfelder liefern
die Grundlagen für neue Entwicklungen und Anwendungen in zahlreichen ingenieurwissenschaftlichen
Disziplinen. So nutzen unter anderem die Elektrotechnik, die Luftfahrtindustrie,
die Telekommunikation und das informationsverarbeitende Gewerbe die mithilfe
der Materialforschung gewonnenen Erkenntnisse und Werkstoffe.
MSL ist im materialwissenschaftlichen Forschungsbereich des
amerikanischen Raumstationsmoduls Destiny untergebracht. Das Labor zeichnet
sich durch ein hohes Maß an Flexibilität aus: In die zylinderförmige
Brennkammer aus Edelstahl können fünf unterschiedliche Brennkammereinsätze
integriert werden, in denen die Experimente durchgeführt werden. Die Einsätze
bestehen aus bis zu acht Heizelementen und beinhalten Isolations- und Kühlungszonen.
Darin herrscht entweder ein Vakuum oder sie enthalten ein nichtbrennbares Edelgas,
beispielsweise Argon. Eine wassergekühlte Metallhülle umschließt
den Brennkammereinsatz und verbindet ihn mit mechanischen, thermischen und elektrischen
Systemen. Je nach Projekt können auf diese Weise Temperaturen bis zu 1.800
Grad Celsius erzeugt werden.
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