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Das Weltraumlabor Columbus

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Forschung im Weltall – eine Vision wird Realität

Sie hat die Größe eines Fußballstadions: die Internationale Raumstation ISS. Sie ist das größte wissenschaftlich - technische Projekt, das jemals in globaler Zusammenarbeit durchgeführt wurde.

Seit Mitte der 90er Jahre beschäftigen sich 15 Nationen mit der Planung der International Space Station (ISS). Der konkrete Aufbau hat 1998 mit dem Transport eines russischen Moduls ins Weltall begonnen.
In insgesamt 56 Shuttle - Transportflügen werden die einzelnen Komponenten ins All geschossen.

Europäischer Beitrag zur ISS ist das Forschungslabor Columbus, das im Oktober 2004 von Florida aus in Richtung ISS startet.

Die ISS – Forschungszentrum in der Schwerelosigkeit

In einer Höhe von ca. 400 km über der Erde schwebt das leistungsfähigste Weltraum - Forschungszentrum, das die Menschheit jemals gebaut hat.
Mit 500 Tonnen entspricht das Gewicht der ISS dem von ca. 250 Autos.
Eine Strecke wie die von Bremen nach München kann die Station in einer Zeit von 90 Sekunden zurücklegen.

Innerhalb der nächsten 15 Jahre werden jeweils bis zu sieben Astronauten die ISS bewohnen und dort verschiedene naturwissenschaftliche Experimente durchführen.
Die Gesamtkosten für die Raumstation betragen etwa 240 Mrd. €; davon sind 100 Mrd. € für den Bau und 140 Mrd. € für den Betrieb bestimmt. Deutschland beteiligt sich mit mehr als einem Drittel (1,3 Mrd.) an den Kosten für Europa (insges. 3 Mrd. €).
Ein Videosystem und ein eigens für die ISS entwickeltes Datensystem, das auftretende Fehler selbständig beheben kann, sorgen für eine ständige Überwachung.

Der europäische Anteil an der Raumstation

Neben dem Columbus - Modul hat Europa auch den Konstruktionsauftrag für das sogenannte Logistikfahrzeug ATV bekommen. Das ATV versorgt die ISS mit neuen Experimentieranlagen, Lebensmitteln, Wasser und Treibstoff.
Die ISS selbst hat ihre eigene Energiezufuhr: Acht große und acht kleine so genannte „Solarpanels“ (s. Abb. unten) versorgen die Raumstation mit Strom.
Beide Elemente, ATV und Columbus, an dem sich Deutschland zu 47,7 % beteiligt, werden bei Astrium Space Infrastructure in Bremen zusammengebaut.

Das Weltraumlabor Columbus

Ein bisschen ähnelt das Labor einer überdimensionalen „Konservendose“.
Eine 48 mm dicke Metallwand schützt das Weltraumforschungslabor gegen „Mikro -Asteroiden“ (bis 1,3 cm Größe). Es wiegt etwa 12,8 Tonnen und hat eine Länge von 8 m, der Durchmesser der „Labor - Konserve“ beträgt 4,5 m.
Im Auftrag der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) betrifft das Projekt 10 europäische Länder. Bauträger und damit Hauptauftragnehmer des Forschungslabors ist seit 1996 der Raumfahrtkonzern Astrium Space Infrastucture.
Weiterhin beteiligen sich 27 andere Firmen an dem Columbus - Modul.
Die Leistung der europäischen Zulieferer reicht dabei von Schraubenherstellung bis zum Bau kompletter Strukturelemente. Zweck des Columbus ist die Durchführung von Experimenten im Weltall.

Das Forschungsmodul soll sich u.a. mit Themen aus den Bereichen Biotechnologie und Flüssigkeitsforschung auseinandersetzen. Dabei nutzt man den Vorteil der Schwerelosigkeit. Auch medizinische Versuche werden hier durchgeführt, bei denen jeweils einer der Astronauten als Versuchsperson fungiert, während die anderen die Experimente steuern. Die Rohdaten werden dann per Satellit zur Erde übertragen, wo Wissenschaftler sie auswerten.

An der Außenwand des Columbus - Moduls befinden sich zwei weitere Versuchsvorrichtungen:
Für eine Vielzahl von technischen Experimenten sind die externen Vorrichtungen SOLAR und EUTEF zuständig.

Optionen für die Zukunft

Der Bau der ISS eröffnet neue Perspektiven in nie gekannten Dimensionen. Neue Forschungsprojekte im Universum lassen auf baldige technologische Innovationen hoffen.

Durch die Beteiligung Europas an der Raumstation gibt es nun die Möglichkeit, ein eigenes europäisches Nutzungsprogramm durchzuführen.
Auch für die kommerzielle Zukunftsvision des so genannten „Weltraum-Tourismus“ stellt die ISS einen Meilenstein auf dem Weg zum geplanten „Space-Hotel“ dar.

Claudia Schröder, Julia Klotz und Philine Pfeiffer

Panoramablick aus dem Weltraum: ISS mit Solarpanels. Foto: Boeing
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