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Transport des Columbus - Moduls ins Weltall

Der Start scheint jetzt noch in weiter Ferne, doch im Oktober 2004 wird das in Bremen gebaute Columbus – Modul ins All geschossen. Um dorthin zu gelangen, wird das Columbus-Labor von Bremen zum Kennedy Space Center (KSC) mit einem Flugzeug geflogen, um von dort aus in einem Shuttle ins All zu starten.

Von Astrium zum KSC (L – 210 Tage):

Anfang März 2004 wird das Columbus-Modul aus dem Integrationsraum des Astrium-Konzerns zur Rollbahn des Bremer Flughafens gebracht. Dort angelangt, wird der 30t schwere Container mit einem speziellen Kran in das größte europäische Transportflugzeug, die „Beluga“, einen 56,2m langen Koloss der Lüfte, geladen. Nun legt das Modul im Bauch der Beluga einen mehrstündigen Flug mit zwei Zwischenlandungen in Santa Maria (Azoren) und Gander (Kanada) zurück, um endgültig in Florida zu landen. Angekommen auf dem KSC, warten bereits etwa 160 Mitarbeiter der NASA sowie mehrere deutsche Spezialisten auf das Columbus–Modul, um es auf „Herz und Nieren“ zu prüfen.

Vom KSC Rollfeld zum NASA-Testzentrum (L – 209 bis 29 Tage):

Nach Ankunft und ersten kritischen Betrachtungen wird der Container zum NASA-Testzentrum gebracht, wo er 6 Monate verweilt. Doch auch in dieser Phase wird mit Hochdruck am Columbus–Modul gearbeitet, um den Zeitplan einzuhalten. Erfahrene Wissenschaftler und NASA–Spezialisten überprüfen das Modul auf eventuelle Fehler, die durch den Transport möglicherweise verursacht wurden.
Während dieser Zeitspanne werden auf dem Testgelände bereits erste Tests bezüglich der Elektronik und der Funktion des Moduls durchgeführt. Nach Abschluss der Checks wird das Columbus-Modul in einen speziellen Container verladen. Dieser Container garantiert die Sicherheit des Moduls während des Fluges zur ISS.

Vom NASA-Testzentrum zur Abschussrampe (L –29 Tage bis 12 Tage):

Nachdem die vielen Testreihen abgeschlossen sind, wird der Container, in dem das Modul zwischengelagert ist, in die sog. Canister Rotation Facilitiy gebracht. Diese Einrichtung hat die Funktion, den Container aufzurichten, d.h. in die richtige Position für den Start zu bringen. Währenddessen wird das Spaceshuttle - auch Orbiter genannt - zur Launch Plattform gefahren. Dieser Vorgang geschieht mit Hilfe eines „Crawlers“, eines riesigen Raupenfahrzeugs. Ein einziges Kettenglied des „Crawlers“ wiegt unglaubliche 1,5 t. Der Transport des Shuttles zur Plattform dauert aus Sicherheitsgründen 7 Stunden auf 6,8 km. Mit diesem langsamen Tempo wird gewährleistet, dass das Shuttle nicht umkippt oder anderweitig Schaden nimmt. Nach dem schwierigen und langwierigen Transport wird die Rakete mit dem Starttisch an den Launch-Pad montiert.

Vom Launch - Pad bis zum Start (L – 8 bis 0 Tage):

Sobald der Orbiter und der Starttisch am Launch - Pad montiert sind, wird auch das Columbus - Modul in seinem Container zum Launch - Pad transportiert. Dort wird es mit einem riesigen Lift angehoben und per Kran in die Ladebucht des Shuttles gehievt. Ist auch dieser Vorgang abgeschlossen, steht die nun komplette Rakete noch einige Tage bis zum Start auf dem Launch - Pad.
Die offizielle Startsequenz des Shuttles beginnt ungefähr 8 Stunden vor dem eigentlichen Start. Während dieses Zeitraumes kommen diverse Fernseh - Teams und Besucher an, um den Start des Shuttles live mitzuerleben. Ungefähr 1 ½ Stunden vor dem Start betreten nun auch die Astronauten das Shuttle. Diese führen dann diverse interne Tests durch, um 100%ig sicherzugehen, dass alles wie vorgesehen funktioniert. Nach den abgeschlossenen Tests beginnt der wohl härteste Teil der Mission. Das Warten.

L – 31 Sec: - Onboard Computersystem übernimmt alle Steuerungsfunktionen
L – 30 Sec: - Die Chance für den letzten Notausstieg ist vorbei
L – 6,6 Sec: - Die Zündsequenz beginnt
L – 03 Sec: - Die Triebwerke werden gezündet. Kurz darauf zünden die Booster
L – 02 Sec: - Die massiven Haltebolzen des Shuttles werden abgesprengt
L – 01 Sec: - Die letzten Versorgungsarme schwenken ab
L – 0 Sec: - Start

T + 0,3 Sec: - Lift Off

Nach einem 45-minütigem Flug verlässt das Shuttle mit seiner kostbaren Fracht die letzte atmosphärische Schicht und befindet sich nun im Weltraum. In dieser Höhe von 400 Kilometern beginnt die 18- stündige Andockphase an der International Space Station.

Daniel Marahrens und Per Thomas

Verladung der Columbus in die A300-600 Beluga. Foto EADS SPACE Transportation




Lift off der Rakete. Foto: NASA




Der Crawler mit dem Shuttle. Foto: NASA




Andockphase des Shuttles an der ISS. Foto: NASA
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