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Columbus Logbuch

Das Weltraumlabor Columbus

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Ein Organ beginnt zu arbeiten

Das „Columbus“-Modul nimmt seine Arbeit auf

Am 8. Oktober – 4 Tage nach dem Start vom Kennedy Space Center in Florida- beginnt die entscheidende Phase für das Projekt „Columbus“. In den folgenden 6 Tagen wird das Weltraumlabor dazu vorbereitet, als europäischer Beitrag zur ISS seinen Betrieb aufzunehmen.

Für den gesamten Verlauf dieser Operation ist Frank Hartung verantwortlich. Als Manager Operations Support betreut er die Inbetriebnahme des Moduls direkt vom Johnson Control Center der NASA in Houston. Während das Kontrollzentrum in Cape Canaveral für den eigentlichen Start verantwortlich ist, übernimmt Houston alle Funktionen während der Operationen im All.

Beginn der Operation ist das sog. „Anpicken“. Hierbei dockt ein Greifarm der ISS an das „Columbus“-Modul an. Dann trennt ein Crewmitglied des Shuttles die elektrische Verbindung zum „Labor“. Nun wird das Modul von seiner schützenden Kunststoffhülle befreit. Als letzter Schritt des Abnabelns folgt das Kappen der mechanischen Verbindung zum Orbiter.

Die letzte Phase vor dem eigentlichen Andockvorgang beinhaltet das Ausladen und Ausrichten des Moduls an das Node#2. Das Node#2 ist eine von zwei Andockstellen der ISS. An diese sind auch ein japanisches und ein amerikanisches Labor angeschlossen.

Nachdem der Greifarm das Modul aus dem Shuttle gehoben hat, richtet er das Modul in seine Ausgangsposition für den Dockvorgang aus. Diese Position wird ca. eine Stunde lang beibehalten, um einen Temperaturausgleich zu erreichen. Das Modul ist nun bereit, um an das Node#2 anzudocken. Der Greifarm führt das „Lab“ direkt zu der Schnittstelle, wo ein automatischer Mechanismus ausgelöst wird, der die beiden Komponenten miteinander verbindet. Der Andockvorgang ist somit vollendet und der „Manipulator“ löst sich von der „Columbus“.

Bevor jedoch die ISS-Crew das Modul betreten kann, sind zahlreiche Tests und das Hochfahren des Systems vonnöten. Die nächsten 24 Stunden werden genutzt, um die Dichtigkeit der Verbindung zu prüfen. Währenddessen wird eine Sichtprüfung durch die Blickluke von einem Astronauten durchgeführt. Daraufhin werden die Stromverteilung, das Computersystem, die Kabinenheizung, der Kühlkreislauf sowie das Lebenserhaltungssystem aktiviert. Sofern keine Gefahr festzustellen ist und die Systemaktivierung vollzogen ist, folgt ein Druckausgleich mit der Station.

Die ersten Astronauten und Kosmonauten öffnen die Einstiegsluke zum „Columbus“-Modul und betreten das europäische Gemeinschaftslabor. Sie installieren Teile wie Videokameras, Feuerlöscher und Druckflaschen, die bei dem Transport hätten beschädigt werden können und aus Sicherheitsgründen gesondert verfrachtet wurden. Außerdem folgt die Installation von Ausrüstungsgegenständen, die nicht im „Columbus“-Ausgangsmodul enthalten sind, wie z.B. Handgriffen, Fußhalterungen und Laptops.

Allmählich wird der reguläre Laborbetrieb eingeleitet. Hierzu gehört die Vorbereitung auf den Betrieb mit externen und internen Experimenten.
Für die externen Experimente bauen Astronauten die Messinstrumente SOLAR und EUTEF an die „Columbus“-Messplattformen.
Somit ist das „Columbus“-Modul ein voll funktionstüchtiges und wertvolles Organ im Komplex der ISS.

Stephan Dannenfeldt und Waldemar Würfel

Der Manipulator. Foto: NASA




Einblick in das Columbus-Modul. Foto: ESA
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