EADS Astrium
 You are here: Home > Columbus Logbuch
Columbus Logbuch

Das Weltraumlabor Columbus

Logbuch
Kaptitel 1
Kaptitel 2
Kaptitel 3
Kaptitel 4
Kaptitel 5
Kaptitel 6
Kaptitel 7
Kaptitel 8
Kaptitel 9
Kaptitel 10
Kaptitel 11
Kaptitel 12
Kaptitel Extra

Bremen

Hessen

Sachsen

Nordrhein-Westfalen

Thüringen

Hamburg

Berlin

Niedersachsen

Baden-Württemberg

Saarland

Schleswig-Holstein

Mecklenburg-Vorpommern

And the winner is...

Pressespiegel

Kontakt

Print

Ein kleiner Schritt …und noch ein großer

„Es ist ein kleiner Schritt für einen Menschen, aber ein großer Schritt für die Menschheit.“ Dieser Satz wurde zum Synonym für die Verwirklichung eines Menschheitstraumes – die Mondlandung beflügelte die Phantasie zahlreicher junger Menschen, die heute zu den führenden Ingenieuren in der Raumfahrtindustrie gehören.
In diesem Jahr wurde uns ein weitaus kühneres Ziel vor Augen geführt: Das neue amerikanische Raumfahrtprogramm sieht eine dauerhafte Stationierung von Menschen auf dem Mond und darüber hinaus eine bemannte Mars-Mission vor. Bei EADS Bremen (European Aeronautic Defence and Space Company) existieren bereits konkrete Pläne, die im Rahmen einer Studie, welche zukünftige Szenarien der Raumfahrt untersucht, entwickelt wurden. Dieses hoch-komplexe Mondprogramm steht unter dem Motto „Go to the moon and stay on the moon“, es soll nachhaltig, beständig und andauernd sein. Aber wieso zurück zum Mond ? Wissen wir nicht schon alles über unseren Trabanten? Tatsächlich ist der Mond nur ein Zwischenschritt innerhalb eines viel größeren Vorhabens. Er wäre Testfeld für Mensch und Technik in Bezug auf die erste bemannte Mars-Mission und bietet entscheidende Vorteile. So entfiele unter anderem das Problem des massiven Treibstoffverbrauchs aufgrund der Erdanziehung. Darüber hinaus wäre eine Mond-Mission insbesondere aus europäischer Sicht von Vorteil. Europa würde sich die einzigartige Chance zur Übernahme einer technologischen Führungsrolle eröffnen. Außerdem wäre das Programm eine zusätzliche Motivation für den Nachwuchs in Forschung und Wissenschaft, wie einst das Apollo-Programm. Hartmut Müller, Experte für Zukunftsszenarien bei EADS in Bremen, bemerkte, bei europäisch-russischer Kooperation sei eine bemannte Mond-Mission innerhalb von nur einer Dekade zu realisieren, die Technologie existiere bereits.

So sieht die konkrete Planung bis zum Jahre 2020 aus – aber die Experten in Bremen wollen noch weiter hinaus: Sie haben bereits ein Mars-Szenario entworfen, nach dem der erste Mensch frühestens im Jahre 2033 den Mars betreten könnte. Dieses Abenteuer ist nicht nur mit der Verwirklichung eines Menschheitstraumes verbunden, sondern hat auch weitreichenden politischen, ökonomischen und wissenschaftlichen Nutzen, wie beispielsweise die Beantwortung von Fragen in Bezug auf die Intakterhaltung unserer Biosphäre – der Mars hat seine schon vor vielen Millionen Jahren verloren. Am Ende dieses langen Marsches der Menschheit zum Mars würde dann tatsächlich nicht mehr und nicht weniger als die Verdoppelung des menschlichen Lebensraumes durch die Kolonisierung des Mars stehen. Doch bis dahin ist es – nicht nur zeitlich – ein langer Weg. Vor allem technologisch sind viele Hürden zu überwinden: welche Träger setzt man ein, um die Reisezeit von momentan rund 300 Tagen auf ein erträgliches Maß zu reduzieren? Welche Infrastrukturen müssen gebaut werden, um nicht nur Behausungen, sondern auch autarke Lebensmittelversorgung sicherstellen zu können? Wie telefoniert man vom Mars zur Erde, und wie viele Tankstellen braucht man schlussendlich auf den 55 Millionen Kilometern Reiseweg?

Alle diese Fragen kann man heute noch nicht beantworten, aber es ist schon eine Leistung an sich, dass man die Fragen schon so präzise stellen kann. „Man“ – das ist in erster Linie die europäische Raumfahrtagentur ESA. Diese hat in ihrem ehrgeizigen Programm unter dem Namen „Aurora“ Ziele und Strategien zusammengefasst, welche letztendlich den Weg zum Mars ebnen sollen. Das Programm selbst ist in drei Phasen gegliedert. Die erste Phase sieht die Entwicklung und Erprobung geeigneter Technologien vor, die zweite befasst sich mit unbemannten Mars-Missionen, wie beispielsweise die erste Rückholmission von Mars-Gestein. Sie dienen als Vorbereitung für die dritte Phase, welche in die erste menschliche Reise zum Mars mündet. Sie beinhaltet unter anderem auch die Errichtung einer bemannten Mondbasis, welche in ihrer Funktion als Testfeld und Startplatz die erste Mars-Mission unterstützt.

Von Beginn an ist die Entwicklung der Menschheit untrennbar mit Neugierde und der Entdeckung und Nutzbarmachung neuer Lebensräume verbunden. Wer weiß, wann er an Grenzen stoßen wird.

Markus Buchardi und Moritz Armbrust

Mond-Mission. Foto: NASA




Mars-Mission. Foto: NASA
© 2008 EADS Astrium | Google Search | Legal Notice and Imprint | General Contact