
Das Weltraumlabor Columbus

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Ein kleiner Schritt …und noch ein großer
„Es ist ein kleiner Schritt für einen Menschen, aber ein großer
Schritt für die Menschheit.“ Dieser Satz wurde zum Synonym für
die Verwirklichung eines Menschheitstraumes – die Mondlandung beflügelte
die Phantasie zahlreicher junger Menschen, die heute zu den führenden Ingenieuren
in der Raumfahrtindustrie gehören.
In diesem Jahr wurde uns ein weitaus kühneres Ziel vor Augen geführt:
Das neue amerikanische Raumfahrtprogramm sieht eine dauerhafte Stationierung
von Menschen auf dem Mond und darüber hinaus eine bemannte Mars-Mission
vor. Bei EADS Bremen (European Aeronautic Defence and Space Company) existieren
bereits konkrete Pläne, die im Rahmen einer Studie, welche zukünftige
Szenarien der Raumfahrt untersucht, entwickelt wurden. Dieses hoch-komplexe
Mondprogramm steht unter dem Motto „Go to the moon and stay on the moon“,
es soll nachhaltig, beständig und andauernd sein. Aber wieso zurück
zum Mond ? Wissen wir nicht schon alles über unseren Trabanten? Tatsächlich
ist der Mond nur ein Zwischenschritt innerhalb eines viel größeren
Vorhabens. Er wäre Testfeld für Mensch und Technik in Bezug auf die
erste bemannte Mars-Mission und bietet entscheidende Vorteile. So entfiele unter
anderem das Problem des massiven Treibstoffverbrauchs aufgrund der Erdanziehung.
Darüber hinaus wäre eine Mond-Mission insbesondere aus europäischer
Sicht von Vorteil. Europa würde sich die einzigartige Chance zur Übernahme
einer technologischen Führungsrolle eröffnen. Außerdem wäre
das Programm eine zusätzliche Motivation für den Nachwuchs in Forschung
und Wissenschaft, wie einst das Apollo-Programm. Hartmut Müller, Experte
für Zukunftsszenarien bei EADS in Bremen, bemerkte, bei europäisch-russischer
Kooperation sei eine bemannte Mond-Mission innerhalb von nur einer Dekade zu
realisieren, die Technologie existiere bereits.
So sieht die konkrete Planung bis zum Jahre 2020 aus – aber die Experten
in Bremen wollen noch weiter hinaus: Sie haben bereits ein Mars-Szenario entworfen,
nach dem der erste Mensch frühestens im Jahre 2033 den Mars betreten könnte.
Dieses Abenteuer ist nicht nur mit der Verwirklichung eines Menschheitstraumes
verbunden, sondern hat auch weitreichenden politischen, ökonomischen und
wissenschaftlichen Nutzen, wie beispielsweise die Beantwortung von Fragen in
Bezug auf die Intakterhaltung unserer Biosphäre – der Mars hat seine
schon vor vielen Millionen Jahren verloren. Am Ende dieses langen Marsches der
Menschheit zum Mars würde dann tatsächlich nicht mehr und nicht weniger
als die Verdoppelung des menschlichen Lebensraumes durch die Kolonisierung des
Mars stehen. Doch bis dahin ist es – nicht nur zeitlich – ein langer
Weg. Vor allem technologisch sind viele Hürden zu überwinden: welche
Träger setzt man ein, um die Reisezeit von momentan rund 300 Tagen auf
ein erträgliches Maß zu reduzieren? Welche Infrastrukturen müssen
gebaut werden, um nicht nur Behausungen, sondern auch autarke Lebensmittelversorgung
sicherstellen zu können? Wie telefoniert man vom Mars zur Erde, und wie
viele Tankstellen braucht man schlussendlich auf den 55 Millionen Kilometern
Reiseweg?
Alle diese Fragen kann man heute noch nicht beantworten, aber es ist schon
eine Leistung an sich, dass man die Fragen schon so präzise stellen kann.
„Man“ – das ist in erster Linie die europäische Raumfahrtagentur
ESA. Diese hat in ihrem ehrgeizigen Programm unter dem Namen „Aurora“
Ziele und Strategien zusammengefasst, welche letztendlich den Weg zum Mars ebnen
sollen. Das Programm selbst ist in drei Phasen gegliedert. Die erste Phase sieht
die Entwicklung und Erprobung geeigneter Technologien vor, die zweite befasst
sich mit unbemannten Mars-Missionen, wie beispielsweise die erste Rückholmission
von Mars-Gestein. Sie dienen als Vorbereitung für die dritte Phase, welche
in die erste menschliche Reise zum Mars mündet. Sie beinhaltet unter anderem
auch die Errichtung einer bemannten Mondbasis, welche in ihrer Funktion als
Testfeld und Startplatz die erste Mars-Mission unterstützt.
Von Beginn an ist die Entwicklung der Menschheit untrennbar mit Neugierde und
der Entdeckung und Nutzbarmachung neuer Lebensräume verbunden. Wer weiß,
wann er an Grenzen stoßen wird.
Markus Buchardi und Moritz Armbrust
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| Mond-Mission. Foto: NASA |
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| Mars-Mission. Foto: NASA |
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