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Leben im Nichts
- Das ECLSS Lebenserhaltungssystem
Duschen, essen, waschen,
atmen: auf der Erde ganz normal. 400 km von der Erde entfernt im All: ein riesiges
Problem.
Die äußere Hülle
schützt die Astronauten vor dem Vakuum und der Strahlung. Die anderen lebenswichtigen
Aufgaben, wie Luft, Sauerstoff- und Wasserversorgung, Nahrungslagerung und –aufbereitung,
Brandbekämpfung, medizinische und sanitäre Versorgung, Abfallauf-bereitung
und Entsorgung, regelt das ECLSS (Environmental Control Life Support System),
das Lebenserhaltungssystem der Internationalen Raumstation ISS.
Space Food – Kulinarische
Genüsse im All
Anders als auf den ersten
Weltraumflügen müssen sich die ISS-Bewohner heutzutage nicht mehr
von ekelhafter Trocken- oder Tubennahrung ernähren. An Bord sind verschiedene
vakuumverpackte Gerichte, vergleichbar mit Menüs auf Langstreckenflügen,
in Kühlschrän-ken gelagert und werden bei Bedarf in der Mikrowelle
erwärmt.
Wasser, teurer als Gold
– Sparen und recyclen
Da jedes Kilogramm Nutzlast,
das in den Weltraum transportiert werden muss, etwa 20.000 Euro kostet, ist
auch jeder Tropfen Wasser kostbar. Selbst mit extremen Einsparungen braucht
ein Astronaut pro Tag im All ca. 30 Liter Wasser. Das entspricht einmal Duschen
auf der Erde. Deshalb wird das Abwasser komplett zum erneuten Gebrauch wiederaufbereitet.
Um den Wasserverbrauch einzuschränken,
laufen viele alltägliche Vorgänge völlig anders ab als auf der
Erde:
Beim Duschen reibt sich
der Astronaut mit einer Art Schwamm ab, der ständig aus einem Schlauch
mit Seifenwasser befeuchtet wird. Statt eines Handtuchs verwendet er zum Abtrocknen
eine Art Staubsauger, der den Großteil des Wassers zur Wiederaufbereitung
einsaugt. Erst ganz zum Schluss darf er ein Handtuch benutzen.
Das Klo dagegen braucht
überhaupt kein Wasser. Statt dessen werden Kot und Urin getrennt aufgesogen.
In den jeweiligen Behältern wird noch das Wasser entzogen und dem Kreislauf
wieder zugeführt.
Damit die ISS nicht anfängt
zu schimmeln und um zum Beispiel ausgeatmetes Wasser zurückzugewinnen,
muss der Luft ständig Wasser entzogen werden. So wie an einem kalten Badezimmerspiegel
wird an der kühlen Platte des Kondensatwärmetauschers der Wasser-dampf
kondensiert, abgesaugt und anschließend auch dem Kreislauf wieder zugeführt.
Im amerikanischen Teil der
ISS wird das gesamte Abwasser, also auch das aus den Fäkalien, wieder zu
Trinkwasser aufbereitet, bei den Russen dagegen nur das sowieso schon trinkbare
Wasser der Brennstoffzellen des Shuttles und des Kondesatwärmetauschers.
Trotz aller Sparsamkeit
bringt das Shuttle pro Jahr 1311 kg Wasser zur ISS. Davon wird aller-dings ein
Großteil zur Sauerstoffgewinnung verwendet.
Tief durchatmen –
Die Luftversorgung der ISS
Da 400 Kilometer über
der Erde Vakuum herrscht, muss eine künstliche Atmosphäre geschaffen
werden.
Zur Versorgung der Raumstation
bringt das Shuttle pro Jahr jeweils 227 kg Stickstoff und Sauerstoff ins All.
Außerdem wird ein Teil des Wassers mit Strom in seine Bestandteile Wasserstoff
und Sauerstoff aufgespalten (Elektrolyse).
Der übrig gebliebene Wasserstoff wird zusammen mit dem vom Menschen ausgeatmeten
Kohlenstoffdioxid (CO2) ins Weltall abgegeben.
Feuerfrei – Brandschutz
an Bord der ISS
Einer der wichtigsten Punkte
für die Sicherheit der Astronauten ist der Schutz vor Feuer. Obwohl alle
Gegenstände auf der ISS schwer oder gar nicht entzündbar sind, muss
mit Bränden gerechnet werden.
Für den Notfall sind
zwar überall auf der Station Rauchmelder installiert, die wichtigsten Erkennungsmittel
sind dennoch Nasen und Augen der Astronauten.
Wenn ein Feuer ausbricht, sorgt ein Rettungsplan (Abschalten der Lüftung,
Löschen mit Kohlendioxidfeuerlöscher) dafür, dass das Feuer spätestens
eine Minute nach der Erkennung gelöscht ist.
Von eisiger Kälte in
glühende Hitze - Heizung und Kühlung der Station
\Um Temperaturschwankungen
zu vermeiden, muss die Station abwechselnd geheizt und gekühlt werden.
Während die Station sich 45 Minuten im Erdschatten befindet, müssen
die Innenräume gegen –150°C geschützt werden. Während
dieser Zeit heizen Wärmeleitungen in der Außenhaut die ISS.
Wenn die Station den Erdschatten
verlässt, beginnt sie sich aufzuheizen. Die Außenhülle erreicht
dabei Temperaturen von bis zu 280°C . Damit die Station sich nicht weiter
aufheizt muss die Wärme durch sogenannte Radiatoren, die als eine Art Heizung
für das Weltall fungieren.
Fabian Che Kreissl und Elisabeth
Mey
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