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Datenverarbeitung,
Kommunikation und Energieversorgung
Unsere Welt wäre ohne
Kommunikation undenkbar, sie macht den größten Teil unserer Gesellschaft
aus. Auch die ISS und mit ihr das europäische Columbus-Labor besitzen ein
komplexes System aus Datenverarbeitung und Kommunikation.
Absolut sicher- die Computersysteme
Im Columbus-Labor fallen
große Datenmengen an, die vom internen Datenverarbeitungssystem (Data
Management System) verwaltet werden. Dieses besteht aus drei Systemen: Das wichtigste
ist das so genannte 'Vital Layer'. Dieses übernimmt wichtige Steuerungs-
und Überwachungsfunktionen, wie z. B. die Stromversorgung an Bord oder
die Sensoren für lebensbedrohliche Zustände.
Außerdem wird über dieses die zweite Komponente, das so genannte
'System Layer' gestartet. Dieses ist das "Arbeitstier" der drei Systeme.
Es verwaltet anfallende Daten wie Videoüberwachung oder auch Kabinentemperatur.
Außerdem beinhaltet es auch die Massenspeicher, diese entsprechen der
Festplatte beim PC, und die Verbindung zum Kommunikationsterminal des Labors.
Eine weitere Funktion ist der Start und die Überwachung des 'Payload Layer'.
Dieser dritte Bestandteil des Systems ist für die Experimente an Bord zuständig.
Im Prinzip könnten so alle Prozesse vom Boden aus ferngesteuert werden.
Die Computersysteme der
ISS müssen absolut sicher sein, da durch einen Fehler Menschenleben gefährdet
werden könnten. Dazu werden sie speziell angefertigt und durchlaufen ein
Qualifikationsprogramm von insgesamt drei Jahren, bevor sie ins All geschossen
werden. Wichtige Berechnungen wie die Flugkontrolle werden von vier gleichen
Computern ausgeführt, die sich gegenseitig kontrollieren. Damit können
Fehler automatisch erkannt und vermieden werden.
Das DMS ist mit einer Prioritätsschaltung
ausgestattet, die bei Energieengpässen den Vital- und System Layers höhere
Wichtigkeit einräumt als dem Payload Layer, der die Experimente überwacht.
So wird den Lebenserhaltungssystemen immer Vorrang vor den Experimenten gewährt.
Ein Datenstrom gelangt zur
Erde
Die Daten, zum Beispiel
die Ergebnisse eines Experimentes, werden nun über eine gemeinsame Datenleitung
zum Empfängersegment, der Funkanlage des Labors geschickt.
Von da aus kommt "unser"
Datenstrom zum ersten Punkt seiner Reise. Das wird zunächst ein NASA-Kommunikationssatellit,
solange der neue Relais-Satellit "Artemis" der ESA noch nicht seine
Bestimmungshöhe erreicht hat. Die Daten werden dann über den NASA-Satelliten
an die NASA-Kontrollstation geleitet. Diese Der Artemis- Satellit
sendet sie dann weiter zur ESA-Kontrollstation. Hier kommt der Datenstrom endlich
zu seiner eigentlichen Bestimmung und wird ausgewertet.
Wenn die ESA andersherum
Daten und Befehle zum Columbus-Modul hoch senden will, läuft dies ebenfalls
noch über die NASA. Die Rechner auf der ISS arbeiten nur mit 12 MHz, weit
weniger als ein moderner PC, deshalb werden die Daten mit 72 kbit pro Sekunde
hoch geschickt, etwas mehr als eine ISDN-Verbindung ins Internet. Die Datenmenge
ist so niedrig gehalten, damit so wenig Daten wie möglich verloren gehen.
Von der ISS zum Boden beträgt die Geschwindigkeit 192 kbit/s, was dreifacher
ISDN-Geschwindigkeit entspricht. Verschiedene Luftschichten können die
Daten zerstreuen und reflektieren. Um das zu verhindern, wird eine Zyklussendung
eingeführt, d.h. die Datensendung wird ständig wiederholt, so dass
der Computer im Modul fehlende Daten bei jeder Sendung ergänzen kann.
Auch Raumstationen brauchen
Strom
Die Stromversorgung der
ISS erfolgt über die auffälligen Sonnensegel. Diese liefern 120V Gleichstrom
für die gesamte Station. In jedem Modul kann die Spannung nach Bedarf herunter
geregelt werden.
Die Solarzellen werden wegen ihrer großen Flächen häufig von
kleinen und größeren Trümmerstücken getroffen. So fallen
nach und nach immer mehr Abschnitte auf den Flächen aus und die Leistung
nimmt ab. Dies ist mit eingeplant, so dass von Anfang an mehr Leistung als nötig
zur Verfügung steht.
Kommunikation
Audio/Intercom ISS-interne
Sprachverbindung
UHF ISS – Astronauten – Verbindung (z.B. Weltraumspaziergänge)
S-Band Datenübertragung von Navigations- und Kommandodaten. (ca.2 mal schneller
als ein ISDN-Modem)
Ku-Band Unterstützung für S-Band, Übertragung von Nutzlastdaten
Video Signale der Videoüberwachung
GPS Positionsbestimmung
Der Frequenzbereich, über den die Kommunikation läuft, beginnt bei
der „Ultra_High-Frequency“ (UHF = ca.300MHz) und endet bei einer
Versuchsfrequenz (ca. 50.200MHz; Vergleich Radio: 88-107MHz). Die Daten werden
teilweise über normale Stabantennen und bei höheren Frequenzen über
Schüsseln abgestrahlt.
Sarah Göbel und Philipp
Reiß
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