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Ein schützender
Mantel für Columbus
Eigentlich ist es kaum
zu fassen: 5 Millimeter sollen dein Überleben im Weltraum sichern? Unmöglich,
oder?!
Im Weltraum gibt es verschiedene
Objekte, die eine Gefahr für die Raumstation darstellen können. Hierzu
zählen Meteoriten ebenso wie künstlich erzeugter „Weltraumschrott“.
Meteoritenschauer treten regelmäßig und mit unterschiedlichen Intensitäten
auf. Generell lassen sich die Bahnen der Kometentrümmerteilchen von der
Erde aus berechnen, so dass ihnen im Notfall, also bei größeren Objekten,
ausgewichen werden kann. Da man sich aber nie gänzlich vor solchen Gefahren
schützen kann, braucht die Raumstation ein Schutzschild, das sie vor solchen
möglichen Einschlägen schützt.
Die Hautschichten
Die innere Hülle besteht
aus Aluminium und ist wabenartig aufgebaut. Die Platten, die zur inneren Hülle
zusammengeschweißt werden, sind vor der Bearbeitung ungefähr 2,5cm
dick. Um die angestrebte Struktur zu erhalten, werden Waben ausgefräst,
alles aus einem Stück.
Doch natürlich ist
dies nicht die einzige „Haut“, die den Astronauten von den Weiten
des Alls und den durch sie rasenden Weltraumschrott – bei den Leuten vom
Fach auch „Space Debris“ genannt – trennt. Nach einer dünnen,
circa drei Finger dicken Luftschicht, wird mit Klettverschlüssen (nur Klettverschlüsse!!)
eine Kevlar-Schicht angebracht. Aus dem gleichen Material werden schusssichere
Westen hergestellt. Nach einer weiteren Kunststoffschicht folgt eine etwas dickere
Luftschicht, die mit der letzten äußeren Metall-Schicht abgeschlossen
wird. Diese äußere Hülle besteht aus glatt poliertem Aluminium,
das auftreffenden Objekten die größte Wucht nehmen soll. Im Falle
eines Einschlags verhindern die drei Luftschichten zwischen den verschiedenen
Hüllen die Beschädigung der darunterliegenden Schicht.
Da die Station sich in eine bestimmte Richtung bewegt, gibt es Abschnitte, die
weniger einschlaggefährdet sind als andere. In diesen Bereichen wird daher
eine dünnere Hülle angebracht als auf der Gegenseite.
Schokoladige Scharfschützen
Die Objekte, die im Weltall
unterwegs sind, werden in unterschiedlichen Gruppen zusammengefasst. Die breiteste
Gruppe bilden mehrere 100.000 Partikelchen, die zwischen 0,1 und 1 cm groß
sind. Die gefährlichsten, gleichzeitig aber mit ungefähr 7.500 auch
am wenigsten vertretenen Objekte, sind größer als 10 cm. Aufgrund
der ihnen ausgehenden Gefahr werden sie rund um die Uhr von der Erde aus beobachtet
und kontrolliert.
Natürlich sind aber
auch die kleinsten Teilchen nicht zu vernachlässigen, denn aus dem winzigsten
Loch in der inneren Haut kann die lebensnotwendige Luft entweichen.
Allerdings ist die Hülle nicht unzerstörbar. Ab einem Durchmesser
von 1,3 cm, einem Gewicht von 3 Gramm - ein halbes Stückchen Schokolade
- und einer Geschwindigkeit von 12 bis 15 km pro Sekunde - ungefähr die
doppelte Geschwindigkeit einer Gewehrkugel – kann sie das Innere der Station
nicht mehr schützen.
Kosmische Strahlung
Die Hülle ist aber
nicht nur dazu da, das Innere der Station vor dem Weltraumschrott zu schützen.
Im Weltraum herrscht eine hohe Strahlung, die extrem gesundheitsschädlich
ist. Diese wird größtenteils von der Aluminium-Schicht reflektiert.
Sie kann zwar nicht die gesamte Strahlung abwehren. Die Reststrahlung hat jedoch
keine langfristigen Auswirkungen auf den menschlichen Organismus.
Schutzlose Sonnensegel
Wer das Model der ISS einmal
gesehen hat, wird festgestellt haben, dass die Sonnensegel den größten
Teil der Fläche einnehmen. Diese sind notwendig, um die an Bord erforderliche
Energie zu gewährleisten. Durch ihre weite Fläche sind sie aber besonders
gefährdet. Sie werden jedoch nicht von einer schützenden Hülle
umgeben. Die Segel bestehen aus einzelnen Elementen, so dass das System auch
mit Ausfall einer oder mehrerer Module weiterlaufen kann.
Ulrike Rau und Christoph
Weckmann
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