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Grenzenloses Experimentieren in der Schwerelosigkeit – möglich mit MSG
MSG (Microgravity Sciences Glovebox)
Nutzlastanlage, die bereits im US-Labor vorhanden ist
Der Start
Experimentieren im All - kein Problem mehr seit dem Start der europäischen Experimentieranlage.
Nachdem die Forscher sich 5 Jahre intensiv mit der ersten im All befindlichen europäischen Nutzlastanlage beschäftigten, sie weiter entwickelten und Stück für Stück perfektionierten, wurde sie am 5. Juni 2002 in die Welt der Schwerelosigkeit entsendet.
Unversehrt in der Internationalen Raumstation ISS angekommen, wurde sie von der ansässigen Crew eingebaut und in Betrieb genommen.
Andreas Schütte kümmerte sich als Systemingenieur bei dem Raumfahrtkonzern Astrium um sämtliche technischen Details.
Und stimmte sie mit den Anforderungen der NASA ab. Er freute sich über den guten Start des Shuttles, fügte aber hinzu: „Wenn man vier bis sechs Jahre daran gearbeitet hat, hängt dann doch viel Herzblut daran.“
Erste Experimente
Schon kurz nach der Montage wurden die ersten zwei Tests in dem amerikanischen Forschungsmodul „Destiny“ durchgeführt. Dies geschah mit Hilfe des luftdichten Experimentierschrankes, welcher den Hauptteil der MSG darstellt. Für die Untersuchungen benötigten die Astronauten einen Zeitraum von sechs bis acht Wochen, da sie mehrere Proben untersuchten.
Schmutz auf der Raumstation
Die Dreckpartikel bleiben nicht wie gewohnt auf dem Boden liegen, sondern sie schweben durch die Station und gelangen somit vollständig in die Atemluft der Astronauten.
Deswegen sollte die gesamte ISS möglichst staubfrei sein, wobei man darauf achten muss, dass alle Dinge, die zu der Raumstation kommen, ebenfalls gereinigt sind.
Deshalb ist die MSG sehr wichtig für die Forschungen, denn es gibt eine Vielzahl von Experimenten, bei denen die giftigen Gase und Schwebestoffe nicht in die Luft kommen dürfen. Also wird nach Tests mit Gasentwicklung ein Ventil geöffnet und die verschmutzte Luft durch das außen herrschende Vakuum abgesaugt.
Die Sicherheit
Auf der Raumstation gibt es keine Gravitationskraft, dadurch schweben auch die Menschen im Raum. Aus diesem Grund müssen alle Schalter hinter Türen oder durch Metallbügel gegen unbeabsichtigtes Betätigen gesichert werden. Dies wurde entsprechend den ESA-Bestimmungen auch bei der MSG realisiert.
Die Ausstattung
Vorne und an den Seiten besitzt die Kammer Handschuhe, mit denen der Astronaut im Inneren arbeiten kann. Das Modell ist so konstruiert, dass der Wissenschaftler, egal ob als Linkshänder oder Rechtshänder, in alle Ecken greifen kann. So kann man zum Beispiel verlorene Gegenstände wieder „fangen“.
Ebenfalls in der Kammer angebracht sind Versorgungsanschlüsse für Strom und Wasser. Um die Geräte in die Glovebox zu bekommen, gibt es einen Zugang, der durch zwei Luken in die Box führt. Diese können jedoch nur genutzt werden, wenn die Luft im Innenraum sauber ist, ansonsten werden die Dämpfe mit der Atemluft der Astronauten vermischt.
Verbindung zur Erde
Mit zwei Monitoren und vier Kameras kann der Verlauf der Experimente aufgezeichnet und auf der Station verfolgt werden.
Damit auch die Wissenschaftler auf der Erde das Experiment direkt verfolgen können, werden Videobilder direkt per Satellit auf die Erde übertragen. So können sie genau kontrollieren, ob die Experimente nach Plan durchgeführt werden. Meistens klappen sie aber wie gewollt, dazu sagte Andreas Schütte: „Wenn Experimente hier funktionieren, funktionieren sie da oben auch.“
Die Raumstation braucht 90 Minuten, um die Erde einmal zu umrunden. In den 90 Minuten besteht nur 25 – 30 Minuten Kontakt zwischen ISS und Erde.
Der Tauschhandel
Im All wird nicht mit Geld bezahlt, sondern es werden Dienstleistungen bzw. Güter gegeneinander getauscht.
Ein sehr gutes Beispiel dafür ist die MSG. Sie wird nicht im europäischen Modul Columbus eingebaut, sondern im amerikanischen Forschungslabor. Die auf amerikanischer Seite entstehenden Schulden werden als Anzahlung der Europäer für den Start des Columbusmoduls mit dem amerikanischen Space Shuttle verrechnet.
Kristin Hartmann, Elisa Gärtner und Daniel Herde
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