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Das Weltraumlabor Columbus

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Auf der Suche nach dem Ei des Columbus

Astronautenausbildung für Europas Forschungsmodul

Mit 27.000 km/h soll das fußballfeldgroße Gebilde in 90 Minuten um die Erde rasen – rund 460 Tonnen in 450 km Höhe. Derzeit wird die Internationale Raumstation ISS (International Space Station), das erste gemeinsame Projekt verschiedener Nationen in der bemannten Raumfahrt, mit großem technischen und finanziellen Aufwand verwirklicht. Auch Europa ist mit dem Columbus-Labor an diesem wissenschaftlichen Meilenstein beteiligt. Ausgestattet mit verschiedenen Forschungseinrichtungen wird das hochmoderne Modul gerade in Bremen bei Astrium im Auftrag der European Space Agency (ESA) zusammengebaut.

Reine Nervensache

Welche Erkenntnisse wird uns die Forschung bringen? Werden wir all-wissend? Insgesamt 120 Astronauten der beteiligten Nationen werden bald in den verschiedenen Zentren für die spezielle Arbeit auf der ISS ausgebildet, um auf den Alltag an Bord vorbereitet zu sein. Davon kommen 16 aus Europa.

Neben gesundheitlichen Aspekten, einer akademischen und einer grundlegenden Astronautenausbildung wird auch psychische Stärke verlangt. Die geplanten Langzeitmissonen gehen im wahrsten Sinne des Wortes auf die Nerven. Bei einem dicht geplanten Arbeitstag rennt die Zeit zudem davon. Um so wichtiger, dass jeder Handgriff sitzt, jede Aufgabe so sicher wie möglich beherrscht wird.

Ein Kindertraum wird wahr? ...alles andere als ein Kinderspiel

Die Konzeption der nötigen Ausbildungsunterlagen entwickelt ebenfalls Astrium; schon im diesjährigen Sommer haben die ersten Astronauten in Köln die Schulbank gedrückt.
Dabei handelt es sich um ein sogenanntes Aufbau- oder Spezialtraining, welches alle ISS-Astronauten absolvieren müssen und sehr spezifisch für die einzelnen Segmente der Raumstation ist; es baut auf der Astronauten-Grundausbildung auf, die jeder Raumfahrer in den USA und Russland erhält.

Von diesen Spezialtrainings sind bei Columbus zwei zu unterscheiden: Ein einmaliges für die Shuttle-Crew zur Inbetriebnahme des Forschungslabors und ein auf den dauerhaften Betrieb des Moduls vorbereitendes.
Zu Beginn der Columbus-Ausbildung steht die Systembedienung auf dem Lehrplan, später folgt dann ein weiterführendes Training. In der dritten Stufe findet ein Aufenthaltstraining für die Forscher statt, von denen für Columbus drei geplant sind. Von diesen werden zwei mehr auf die Experimente vorbereitet, der dritte übewiegend für die Leitung des Labors.

Im Wandel der Zeit

Aufgrund der langen Zeitperiode, die bis zum Start von Columbus und anderer Module noch verbleibt und da das Forschungslabor im Moment selbst noch fertiggestellt wird, entstehen Probleme für ein reelles Training. Dieses muss immer wieder neuen Anforderungen angepasst und die Kenntnisse der bereits Ausgebildeten erneuert und aufgefrischt werden.

Einen Gegensatz zu früheren Trainings stellt die neue Philosophie des Unterrichts dar. Wurde früher jeder Handgriff einzeln geplant und erlernt, wird für die ISS eher auf allgemeines Können der Bereiche Wert gelegt. Anders als bei kurzzeitigen Missionen wird bei einem Aufenthalt von 180 Tagen, den jede Crew dort verbringen soll, nicht mehr die Möglichkeit bestehen, sämtliche Handgriffe gesondert zu lernen.

Alles für den All-Tag

Das Training kann grob in drei Bereiche unterteilt werden, den theoretischen für das Wissen, den praktischen für die Aufgaben und den sozialen für das Verhalten.
Die Astronauten werden allerdings nicht, wie so mancher Science-Fiction-Film es uns weis machen will, in modernsten Geräten auf ihre Mission vorbereitet. Die meiste Zeit verbringen die Lehrlinge an so genannten Full Task Trainern. Das ist eine Simulation sämtlicher Geräte und Einrichtungen an Bord, die jedes Land für seine Module besitzt, so dass die Astronauten schon auf der Erde Situationen im All real nachempfinden können. Wer hochkomplexe Rechenmaschinen erwartet, wird von hausbackenen Computern überrascht. Die Unterrichtslektionen für die Astronautenklassen werden in der Regel in klassischem Frontalunterricht nahegebracht. Auch hier bleibt, wie in allen Bereichen der Raumfahrt, nichts dem Zufall überlassen. Die Lehrer folgen einem bis ins Kleinste durchstrukturierten und getesteten Curriculum. Für alle Wissensbereiche sind ihnen Formulierungen wie auch die zu nutzenden Hilfsmittel – Overhead hier, Power Point dort – vorgegeben, und auch die Zeiteinheiten fehlen nicht: So haben Lehrer und Schüler beispielsweise für die Verarbeitung der Information über den Konstruktionsaufbau der Thermalregelung exakt drei Minuten Zeit. Drei Minuten in einer Folge von 36 Monaten ununterbrochenen Lernens. Kleinere Bereiche nehmen das Lernen und Wiederholen zu Hause ein. Anwendung folgt ab 2004...

Christina von Busch und Martina Klein

Die zukünftige Raumstation ISS. Foto: EADS SPACE Transportation




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