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Hallo, Oberpfaffenhofen!
Fehlersuche im Weltraum
„Oberpfaffenhofen, wir haben ein Problem!“
„Was ist denn los, bei euch da oben?“ kommt die Antwort aus dem
Kontroll-Zentrum (Col-CC) in Oberpfaffenhofen, Bayern.
Columbus: „Das Kontroll-Lämpchen zur Regulierung der Luftfeuchtigkeit
leuchtet
auf, dabei soll laut unserer Zeitplanung der Heat Exchanger erst in zwei
Wochen wieder ausgetauscht werden. Was sollen wir tun?“
Kontroll-Zentrum: „Wartet, wir stellen euch durch zum On-Site-Team nebenan,
die werden
sehen, ob sich euer Problem von hier aus sofort beheben lässt.“
Ganz anders als am Boden, gibt es oben in der Schwerelosigkeit kaum die Möglichkeit,
„sich einen Handwerker ins Haus zu holen“, der den Fehler bald behebt.
Es befasst sich eine ganze Abteilung, das sogenannte Engineering Support, einzig
mit möglichen Problemen an Bord des europäischen Weltraumlabors, der
ISS. Grundsätzlich dürfen Reparaturen nur in Absprache mit dem Bodenteam
durchgeführt werden. In direktem Kontakt mit dem Columbus-Kontrollzentrum
kümmert sich hier das On-Site-Team um eine Analyse und beschließt
daraufhin weitere Vorgehensweisen. Kann das Problem nicht sofort geklärt
werden, wird das Off-Site-Team in Bremen eingeschaltet. Hier sitzen Experten
für jene Fälle, die größeren Aufwand benötigen.
Das Kontroll-Zentrum wird erst benachrichtigt, wenn das bordeigene Fehlererkennungs-
und Wiederherstellungssystem, kurz FDIR, keine automatischen Mittel mehr zur
Verfügung hat.
On-Site (Oberpfaffenhofen): „Hier das On-Site-Team! Wir haben gehört,
ihr habt ein
Problem mit eurem Heat Exchanger?! Zeigt euer Laptop denn
einen Anstieg der Luftfeuchtigkeit an?“
Columbus: „Nein, es wird uns nichts Derartiges angezeigt, sonst hätte
das
FDIR umgehend darauf reagiert.“
On-Site(Oberpfaffenhofen): „O.K., dann wird das Problem anderweitig zu
suchen sein. Wir
ändern euren Ablaufplan, stellt zuerst auf euer Ersatzsystem
um, denn wir wollen keinen Pilzbefall durch zu hohe
Luftfeuchtigkeit riskieren. In der Zwischenzeit werden wir euer
Problem ans Off-Site-Team in Bremen weiterleiten. Wir
behalten die Situation weiterhin im Auge und melden uns,
sobald es etwas Neues gibt.“
Columbus: „Wir haben verstanden und warten auf neue Order.“
In direkter Interaktion mit dem Kontrollzentrum und dem On-Site-Team entscheidet
sich dann, ob das Problem mit den vorhandenen manuellen Mitteln gelöst
werden kann oder ob man sich an das in Bremen ansässige Off-Site-Team wendet,
das mittel- und längerfristige Methoden nutzt, um den Fehler zu isolieren
und nach Möglichkeit zu beheben. Umfangreiche Analyse- und Simulationsmechanismen
sind Garanten dafür, dass der Betrieb an Bord des Columbus schnell wieder
in den normalen Bahnen verlaufen kann.
Off-Site (Bremen): „Hallo Kontroll-Zentrum! Wir haben das Problem gefunden,
geben
euch jetzt die nötigen Modifikationen durch. Da sich alle benötigten
Ersatzteile und Werkzeuge an Bord befinden, kann die Crew den Fehler
manuell beheben, sofern ihr eine direkte Verbindung zur Columbus
schaltet und die Software hochschickt, die wir euch übermitteln.“
Kontroll-Zentrum: „Okay, danke, wir leiten es weiter. Columbus kann das
Problem dann
selbst lösen. Gut, das oben nicht nur Blechbüchsen mit Greifarmen
und Festplatten sitzen, sondern Menschen mit Hand und Hirn!“
Dominik Kloss, Sandra Giese und Nicole Brünig
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