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Columbus Logbuch

Das Weltraumlabor Columbus

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Schutz vor Weltraummüll oder Star Wars IX: The Saga continues….

Während eines unglaublichen Fluges im Weltall traf Captain Spock seinen Freund Yoda, den Jedi-Meister. Sie unterhielten sich über ihre Familien und ihre Schiffe, wobei sie feststellten, dass der Weltraummüll (Space Debris) das größte Problem für die orbitalen Systeme sei.
Spock, der einen Teil seines Lebens auf der Erde verbracht hatte, berichtete, dass dieser "Weltraumschrott" sogar die UNO interessiere und die ganze Welt an dieser Problemlösung auf verschiedene Art und Weise arbeite.
"Wusstest du, Yoda, dass die Gefährdung vor allem durch die hohe Relativgeschwindigkeit der Debris gegeben ist? Sie sind ca. 10 km pro Sekunde schnell und können somit in kürzester Zeit Kollisionen und jegliche andere Zerstörungen erzeugen, wenn diese nicht vorher von den Bodenstationen auf der Erde per Radar erkannt werden. Da nicht alle Trümmer in die gleiche Richtung fliegen und ein 1 cm großer Einschlag die Wirkung einer Handgranate hat, können sie immense Verluste in unserer Raumschiffarmee verursachen. Sag mal, hast du eigentlich schon gehört, dass das "ehrgeizigste Projekt der Menschheit" in unseren Sphären verkehrt? Es nennt sich ISS (International Space Station) und ein einflussreicher Nationenverbund der Erde - falls du schon einmal etwas von Europa gehört hast - steuert einen wichtigen Teil zum Ganzen bei - das COLUMBUS-Modul. Es gehört gemeinsam mit dem japanischen Modul zu den Risikoteilen der ISS, die am häufigsten von Debris getroffen werden, da sie an der Front und somit in Flugrichtung angebracht sind - deshalb brauchen sie einen besonderen Schutz. Mit ihrer Lage "protecten", oh, entschuldige, beschützen sie aber die dahinter liegenden Module, z.B. die der USA. Die "komischen" Europäer haben für das COLUMBUS-Programm ganze 715,4 Mio. Euro hingeblättert - nur um den Zugang zum Weltraum weiterhin zu gewährleisten und mit der ganzen Welt in der Forschung arbeiten zu können. Die Hülle dieses "Dings" besteht aus 1-Zoll dickem Aluminium, welches auf eine Stärke von 4,8 mm ausgefräst wird. Sie ist von einem Rahmen umgeben, da sonst Verformungen des Moduls auftreten könnten. Abschirmungen brauchen die Erdenmenschen gar nicht erst an ihren Weltraumschöpfungen anzubringen, da diese viel zu schwer und somit zu teuer für sie sind. In einem Vertrag - was auch immer das sein mag - haben sie festgelegt, dass ihr COLUMBUS keinen Weltraummüll produzieren darf. Damit verringern sie die Gefährdung ihrer "Kreationen" durch solche Einflüsse, was aber meinesachtens schwer zu verwirklichen ist."
Nach einer kurzen Pause meldete sich Yoda zu Wort: "Haben die da unten überhaupt eine Vorstellung davon, was passiert, wenn ein "Space-Müll-Teil " auf ihr Modul prallt? Zunächst wird das Äußere zerstört, was natürlich das Innere - das wichtigste Organ - nicht unbeschadet lässt. Um diesen Gefahren aus dem Weg zu gehen, müssen viele Maßnahmen getroffen werden. Als Erstes, mein lieber Spock, sollten alle missionsbedingten Objekte, u. a. Verschlüsse, Raketenteile und Abdeckklappen unbedingt reduziert werden. Damit keine unerwünschten Explosionen von Raketenoberstufen vorkommen, rate deinen Erdmenschen, die Resttreibstoffe gezielt abzulassen und die Batterien nur am Ende des Einsatzes zu entladen. Außerdem sollen sie diese Oberstufen und Satelliten nach der Missionserfüllung auf jeden Fall entfernen. Ich kann mich erinnern, dass du dich schon über die Kollisionen beklagt hast. Weißt du denn nichts von den Ausweichmanövern? Die Schiffscrew muss zwei Tage im Voraus gewarnt werden, um ein Manöver einleiten zu können - dabei werden die Triebwerke der ISS gezündet und mit ihrer Hilfe hebt oder senkt sich die Station. Du brauchst mich nicht so verwundert anzustarren: Eine Zeitspanne von 10 Minuten ist viel zu kurz, um alles organisieren zu können."
" Aber Yoda, die Menschen haben sich schon etwas für ihr wichtiges Labor ausgedacht, damit es weniger gefährdet ist. Und falls es doch einmal zu einer Kollision kommen sollte, haben sich die Erdenbewohner Materialien zum Flicken ausgedacht, die ähnlich funktionieren wie ein normales Pflaster oder ein Kaugummi zum Stopfen eines Loches. Ein Panel, welches für die von mir gemeinte Erfindung verwendet wird, müssen die Astronauten selbst reparieren, indem sie - an der Station festgebunden - in das All entsandt werden und an dem Schutzschild der Raumstation extra angefertigte, dicke Schrauben abmontieren und das beschädigte Panel austauschen. Dabei könnten sich die Schrauben in den Weltraum verflüchtigen, was durch extra angebrachte Bänder, die die Schrauben am Panel halten, verhindert wird. Eine Schöpfung, in der dieses Schraubensystem verwendet wird - das Schutzschild also - nennt sich "Bumper-System": Eine erste Aluminium-Schutzwand ist 2,5 mm stark, bremst die Teilchen ab und lässt sie teilweise verdampfen, wodurch sie kleiner werden. Diese Verdampfung vermindert also die Zerstörungskraft der Teilchen. Die nach dem Zwischenraum folgende Modul-Druckwand, ebenfalls aus Aluminium und 4,8 mm stark, fängt dann die Reste der Teilchen ab. Die besonders gefährdeten Zonen des Moduls werden durch zusätzliche "Bumper-Shields" (also Platten), welche aus Kevlar bestehen, geschützt - dies nennt man dann "Double Bumper Concept". Im "Single Bumper Concept" ist die erste Aluminium-Platte 1,6 mm stark, der Zwischenraum um einiges größer und die Aluminium-Druckwand des Moduls ebenfalls 4,8 mm stark. Ein solches Aluminium-Panel wiegt ca. 30 kg."
"Noch komplizierter konntest du das natürlich nicht erklären, oder!?"
"Aber es ist doch so - und ich habe noch nicht einmal schwerwiegende Fremdwörter verwendet, die kein Mensch verstehen würde!"
" Du hättest einfach sagen können, dass die Wände nicht verstärkt werden, sondern nur der Abstand zwischen zwei Panels vergrößert wird."
"Aber mein lieber Yoda, da gehört doch noch ein bisschen mehr dazu - und ich habe es erklärt! Aber sag mal, wie meinst du denn, dass die Zukunft aussieht?"
"Ich hätte da ein paar Ideen, mit denen man die orbitalen Systeme schützen könnte. Ich würde ein Magnetfeld, welches die Aufschläge ablenkt, vorschlagen - wobei ich aber fürchte, dass deine Freunde nicht genug Energie dafür aufbringen können und wollen - denn diese ist sehr teuer. Oder ihr könnt meine neue Erfindung - den Universalstaubsauger - benutzen, um alle unnötigen Teilchen wegzuschaffen. Momentan habe ich nichts weiter, was euch behilflich sein könnte - du kannst mich in ein paar hundert Jahren noch einmal anrufen, vielleicht fällt mir noch etwas ein. Aber was ich dich noch fragen wollte: Woher weißt du das eigentlich alles?"
"Na aus erster Hand - von meinen EADS SPACE TRANSPORTATION-Kollegen, größtenteils Stefan Wübker (Ingenieur) und Anette Bade (Weltraummüll-Expertin und Astronautenausbilderin) direkt aus Bremen, wo das COLUMBUS-Modul gebaut wird!"

Ricarda Bolz und Jekaterina Kisseleva

Montage der Schutzschilder. Foto: EADS SPACE Transportation




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