
Das Weltraumlabor Columbus

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„Wen stört denn der Müll im All?!“
Weltraumschrott und seine Gefahren
Der Mensch hinterlässt überall seine Spuren ohne Rücksicht auf
die Zukunft. Müll und Schrott sind überall, ob auf der Erde oder …im
Weltraum. Das bemerkte auch der 14 jährige Tim. Er fand beim Spielen, ein
ungewöhnliches Stück Schrott. Mit diesem Stück Schrott rannte
er zu seinem Vater und wollte wissen, was das sei. Sein Vater begutachtete das
Stück und überlegte, was das sein könnte? Er kam schließlich
zu dem Schluss, dass dieses Stück Schrott aus dem All sein müsse und
sagte zu seinem Sohn: „Mein Sohn, ich bin stolz auf dich, du hast ein
Teil von einer Raketendüse gefunden. Am besten ich rufe mal bei EADS Space
Transportation (European Aeronautic Defence Space Company) an, die kennen sich
damit aus, und melde deinen Fund.“ Gesagt, getan - am nächsten Tag
holten Experten von EADS das Fundstück ab. Tim war ganz traurig: „Jetzt
haben die mir mein Raketenstück weggenommen.“
Eine Woche später kam ein Brief mit folgendem Text: „ Lieber Tim,
aufgrund deines außergewöhnlichen Fundes laden wir dich am kommendem
Wochenende zu einem Infotag auf unser EADS Gelände nach Bremen ein.“
Am kommendem Wochenende bei EADS in Bremen:
Tim wird von Kirsten Leung, der Pressesprecherin von EADS, in Empfang genommen
und sie begrüßte ihn begeistert: „Tim, du hast ein Stück
Weltraummüll gefunden, solche Funde sind sehr selten.“……….Tim
war ganz verwirrt: „Was ist denn Weltraummüll?“ Frau Leung
begann zu berichten: „ Weltraummüll sind Objekte, die als Überreste
von Weltraummissionen im Weltraum verblieben sind. Dazu gehören ausgebrannte
Raketenstufen, leere Treibstofftanks, ausgedienten Satelliten, bis hin zu Lacksplittern
und verloren gegangenen Werkzeugen.“ Tim war noch irritierter: „
Lacksplitter im Weltraum, wie denn das?“ Ganz einfach „Der Lack
der Rakete blättert unter den extremen Bedingungen des Alls, wie hohe Temperaturschwankungen
von -120 bis +120 Grad Celsius und durch die Strahlung, ab. Diese ganzen Schrottteile
stellen eine Gefahr für die Raumfahrt dar“, erklärte Kirsten
Leung“ Tim verstand gar nichts mehr: „ Wieso? Warum ist Weltraummüll
so gefährlich? Wen stört es denn, dass dort oben Müll ist, der
Müll in meinem Zimmer ist doch auch nicht gefährlich?“ Kirsten
Leung empfahl: „ Geh mal am Besten zu Anette Bade, sie ist u. a. Expertin
für Weltraummüll. Warte, ich bring dich hin.“
Wenig später erklärte Anette Bade dem interessierten Tim die Gefahren
des Weltraummülls:
„Die Gefahr besteht darin, dass Raumschiffe, Satelliten oder sogar Astronauten
bei Außeneinsätzen von Weltraumschrott getroffen werden können.
Aufgrund der sehr hohen Geschwindigkeit können diese Einschläge verheerende
Auswirkungen haben. Die Treffer können Löcher in das Raumschiff oder
Satelliten schlagen, sodass diese beschädigt oder sogar komplett zerstört
werden können. Die Größe der Schrottteile ist sehr unterschiedlich,
sie variiert von Teilchen im Submillimeterbereich ……Tim unterbrach
sie: „Submillimeterbereich?“ Anette Bade antwortete: „ Das
sind Teilchen die kleiner als 1mm sind. Die Objekte können aber auch bis
zu 10 m Durchmesser groß sein. Die größte Gefahr für Raumschiffe
und Satelliten geht von Teilchen ab 1 cm Größe aus. Die Wirkung von
so einem Einschlag entspricht der Explosion einer Handgranate.
- Tim war schockiert -
Die Wucht des Einschlages wird dadurch hervorgerufen, dass die Teilchen mit
einer Geschwindigkeit von bis zu 10 km/ sec (36.000 km/ h) einschlagen. Durch
das Vakuum des Alls (Keine Luftreibung, die den Körper abbremst) und durch
die Höhe der Bahnen können solche Geschwindigkeiten erreicht werden.
Durch immer neuere Schutzvorrichtungen versucht man Raumschiffe, Satelliten
und die Internationale Raumstation ISS zu schützen.
Tim fragte interessiert: „ Und wie viele solcher gefährlichen Objekte
gibt es im All?“ Die meisten gefährlichen Objekte befinden sich im
erdnahen Bereich, das heißt, in Höhen von 200 bis 2000 km. Hier besteht
die größte Gefahr für die Raumfahrt. Seit dem Start des ersten
Satelliten „Sputnik 1“ befinden sich mehr als 170.000 registrierte
Objekte, die über 1 cm groß sind, im Weltraum.
- Tim war verwundert: „ Sputnik 1“ Was ist das?“
Anette Bade: „ Sputnik 1, war das erste Objekt, das von Menschenhand geschaffen
wurde und im All war, Vor dem Start von Sputnik war der Weltraum völlig
frei von künstlichen Teilchen. Zurzeit ist das Kollisionsrisiko noch nicht
hoch, durch Ausweichmanöver konnten verheerende Kollisionen vermieden werden.
Wegen der jährlich stark ansteigenden Zahl von Weltraumschrottteilen, werden
Maßnahmen zur Eindämmung von Weltraummüll getroffen. Es wird
versucht, Explosionen zu vermeiden, indem der Treibstoff vollständig verbraucht
wird. Außerdem soll die Verschmutzung durch missionsbedingte Objekte (z.
B. Verschlüsse, Raketenteile und Abdeckkappen) reduziert werden. Es wird
auch versucht, dass alte Satelliten gezielt zum Absturz gebracht werden
Tim war beruhigt nach dem Vortrag: „Ein Glück, dass der Müll
in meinem Zimmer nicht so gefährlich ist.“
Johann Preuß und Timo Dreger
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| Weltraumschrott im erdnahen Bereich. Foto: ESA |
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| Weltraumschrott: mehr als 170.000 Objekte. Foto: ESA |
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