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Columbus Logbuch

Das Weltraumlabor Columbus

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Mein Traum von Schwerelosigkeit - ohne Probleme?

Eigentlich war es ein ganz normaler Morgen. Ich stand auf, und wollte noch schnell unter die Dusche. Also ging ich ins Bad und genoss die schöne, warme und entspannende Dusche! Ein Blick auf die Uhr sagte mir, dass ich noch genug Zeit hatte, um zu Frühstücken. Müsli und ein Glas Milch… Beim Zähneputzen überlegte ich mir, ob ich heute wirklich mit dem Fahrrad zur Schule fahren sollte, denn ich hatte Muskelkater in den Beinen! Und genau in diesem Moment ließ ich den Becher fallen, der natürlich in tausend Stücke zersprang. Toll! Warum fällt denn alles immer runter, blöde Schwerkraft. Ohne sie wäre vieles leichter! Wie schön wäre es doch, wenn ich und alles um mich herum einfach in der Schwerelosigkeit schweben könnte! Da hätte ich all diese Probleme nicht! Und dann wurde mir schwarz vor Augen…
Als ich wieder aufwachte, hatte ich erst gar keine Ahnung, wo ich eigentlich war. Ich befand mich in einem engen Raum, der vollgestopft mit technischen Geräten war, hatte einen blauen Anzug an und schwebte. Was war passiert? Ich beschloss, mich erst mal umzusehen. An der Wand (oder war es am Boden? Ich hatte die Orientierung verloren.) war ein Computer. Ich sah ihn mir genau an. Und plötzlich begann er mit mir zu sprechen! "Hallo, ich bin der Bordcomputer! Ich bin dazu da, um dir alle deine Fragen zu beantworten!" " Wo bin ich hier, und was ist passiert? Und warum schwebe ich?", fragte ich überrascht. " Du bist hier auf der ISS, der Internationalen Raumstation! Du schwebst, weil wir hier kaum der Erdanziehung ausgesetzt sind, da wir uns ständig mit einer Geschwindigkeit von 30000 km/h um die Erde bewegen und uns somit die Fliehkraft davor bewahrt, dass wir die Erdanziehung erfahren." Das war super! Endlich würde mir nie wieder was runterfallen und ich müsste mich auch nie wieder bewegen! Ich konnte einfach fliegen! Doch meine erste Freude war schnell vorbei. Denn plötzlich wurde mir total schwindlig und übel, ich war müde und verlor außerdem jeglichen Orientierungssinn. "Tja, das sind halt die Folgen der Schwerelosigkeit! Dein Körper ist das nicht gewöhnt! Das ist die typische "Weltraumkrankheit", die jeden dritten Astronauten befällt. Auf der Erde registrieren Nerven in Muskeln und Bindegewebe, wo Oben und Unten ist, außerdem meldet dir dein Gleichgewichtssinn im Innenohr Drehbewegungen und dein Sehsinn informiert dein Gehirn über deine Position im Raum. Da du jedoch im Orbit schwebst, kannst du Oben nicht von Unten unterscheiden und deshalb liefern dir deine Sinne widersprüchliche Meldungen. Dann wird dir schlecht. Beweg dich ein bisschen langsamer und orientiere dich mehr mit deinen Augen, dann wird es dir besser gehen." Ich befolgte diesen Rat und genoss es, weiter herumzuschweben. Doch langsam bekam ich Kopfweh und fühlte mich benommen, als ob mein Kopf gleich platzen würde. Nach und nach gewöhnte ich mich ein bisschen an diesen Zustand. Ich beschloss also, den Bordcomputer zu fragen, was mit mir los ist und ob ich mich nun auf noch mehr Probleme gefasst machen müsste. " Du bist nicht krank. An deinem Zustand ist dein Herz schuld. Auf der Erde muss es ja immer entgegen der Schwerkraft dein Blut nach oben pumpen, doch da es hier keine Erdanziehung gibt, pumpt dein Herz, das sich noch nicht an diese Gegebenheiten gewöhnt hat, zu viel Blut in deinen Kopf und deine ganze Körperflüssigkeit verlagert sich in den oberen Teil deines Körpers, was auch dazu führt, dass du Kopfweh bekommst." "Gibt es noch mehr, das ich wissen sollte?!" "Ja. Du wirst noch weitere Auswirkungen der Schwerelosigkeit zu spüren bekommen. Deine Muskeln bauen sich ab, da du deswegen hier kaum Kraft benötigst, um dich fortzubewegen. Wenn du nicht trainierst, kannst du kaum noch laufen wenn du zur Erde zurückkehrst." "Wirklich? Das Leben als Astronaut ist ja dann schon vom ganzen Training ausgefüllt. Das wird ja stressig!" bemerkte ich nebenbei. "Ja. Aber trainieren muss sein, denn auch deine Knochen leiden ziemlich. Die Belastung, die deine Knochen normalerweise bei jedem Schritt erfahren, fehlt hier natürlich auch. So werden sie nicht zum Aufbau angeregt und bauen sich somit auch ab. So etwas passiert auch auf der Erde, und zwar bei älteren Menschen. Man nennt das dann Osteoporose, was auch auf fehlende Bewegung zurück zu führen ist. Pro Monat verringert sich die Knochensubstanz im All um mehr als 1 Prozent." " Dann muss ich mich ja wirklich daran halten, damit ich einigermaßen fit bin, wenn ich wieder auf der Erde ankomme."

Das Leben auf der ISS

Nach all der Aufregung wollte ich mich erst mal ein bisschen entspannen und schlafen. Ich fragte den Bordcomputer, wo denn die Schlafräume seien. Ich machte mich auf den Weg, und folgte seiner Beschreibung. Aber anstatt Betten waren Schlafsäcke in kleinen Kammern an der Wand befestigt. Ich fragte mich, wie ich wohl in so einem Ding überhaupt schlafen sollte. Das war doch sicher nicht entspannend. Ich brauchte ziemlich lange, bis ich mich überall festgeschnallt hatte. Ich schlief dann trotzdem recht gut. Als ich wieder aufwachte, machte ich mich langsam mit dem Leben hier vertraut. Als erstes wollte ich mich wie immer duschen. Dabei stellte ich fest, dass das gar nicht so einfach war. Aufgrund der Schwerelosigkeit könnte Wasser nicht abfließen und offenes Wasser würde in der Raumstation zur Gefahr für elektronische Geräte werden. Also gab es in der Dusche eine spezielle Konstruktion. Erst befeuchtete man seine Haut mit einem Schwamm, der am Ende eines Schlauchs befestigt war. Danach saugt man es mit einem anderen Schlauch wieder ab. So war es auch mit allen anderen Dingen, bei denen man Wasser benötigt. Das Zähneputzen an sich war genau so wie auf der Erde, aber danach kann man sich natürlich nicht einfach den Mund ausspülen. Man muss dazu ein Tuch verwenden. Das Essen war auch so eine Sache für sich. Da man das Essen ja nicht auf Teller ablegen kann, ist man gezwungen, aus Paketen zu essen, welche man auch auf Langstreckenflügen im Flugzeug bekommt. Man schiebt es einfach in die Mikrowelle.
Ich konnte aber auch noch einige andere Dinge beobachten, die durch die Schwerelosigkeit anders waren als auf der Erde. Wenn ich zum Beispiel eine Kerze anzündete, brannte sie zwar ganz gewöhnlich, doch die Flamme war kugelförmig, da der Rauch nicht nach oben steigt.
Wenn man einen Raum heizen will, muss man dazu ein Gebläse verwenden, denn die warme Luft vermischt sich im All nicht von selber mit der kalten, da die warme Luft nicht wie auf der Erde nach oben steigt. Somit breitet sie sich im All nicht aus. Wenn ich trainieren wollte, musste ich mich natürlich immer mit Gummibändern festschnallen, da ich sonst wegschweben würde. Auch sonst musste ich alles irgendwie befestigen, dass es mir nicht davonfliegt. Am besten ist dazu Klettverschluss geeignet.
Bei diesen vielen Sachen, die man beachten muss, vermisse ich doch die Erdanziehung. Ich dachte mir, dass ich den Bordcomputer fragen könnte, wie ich wieder nach Hause käme. Er fragte mich, warum ich denn schon wieder gehen wollte. Ich antwortete: " Die Schwerelosigkeit hat einen großen Einfluss auf die Menschen im All, da alles anders ist. Ich habe das Gefühl, durch sie entstehen Probleme!"

Katharina Jirec und Niklas Rombach

Schwerelosigkeit bei einem Parabelflug. Foto: NASA




Schwerelosigkeit im Weltraum. Foto: NASA
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